Die Grünen in Mecklenburg‑Vorpommern wollen mit einer neuen Landesliste und einem frischen Spitzenduo in den Landtagswahlkampf 2026 gehen. Der Landesvorstand präsentierte am Freitag seine Wunschbesetzung für die ersten beiden Listenplätze: Die Stralsunder Bundestagsabgeordnete Claudia Müller soll auf Platz eins kandidieren, Landeschef Ole Krüger auf Platz zwei. Ein Sonderparteitag Anfang 2026 soll die neue Liste beschließen und damit die bisherige Aufstellung ersetzen.
Müller und Krüger wollen Vertrauen zurückgewinnen
Claudia Müller betonte, der innerparteiliche Streit der vergangenen Monate habe auch die Bundespartei belastet. Ziel müsse es nun sein, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Grüne Politik sei wichtig für eine stabile Demokratie im Land, sagte sie, und kündigte an, ihre Erfahrungen aus Bundes‑ und Kommunalpolitik in den Wahlkampf einzubringen. Im Falle eines Einzugs in den Landtag werde sie ihr Mandat annehmen. Auch Ole Krüger erklärte, die Geschlossenheit der Partei wiederherstellen zu wollen.
Konsequenzen nach Machtmissbrauchsvorwürfen
Der Neustart ist eine direkte Reaktion auf den tiefen Konflikt innerhalb der Landtagsfraktion. Auslöser war ein öffentlich ausgetragener Streit zwischen Fraktionschefin Constanze Oehlrich und dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Hannes Damm. Oehlrich sah sich Vorwürfen des Machtmissbrauchs und der Belästigung ausgesetzt, während Damm ihr vorwarf, Kritik unterdrücken zu wollen. Ein externes Rechtsgutachten entlastete Oehlrich zwischenzeitlich, dennoch zieht die Partei nun personelle Konsequenzen. Mit der Neuaufstellung verliert Oehlrich ihre Spitzenkandidatur, Damm muss die Fraktion verlassen.