Im Zuge einer bundesweiten Razzia gegen die rechtsextremistische Gruppierung „Letzte Verteidigungswelle“ hat die Polizei am Morgen des 17. März 2026 eine Wohnung in Bad Kleinen durchsucht. Der Einsatz im Landkreis Nordwestmecklenburg war Teil einer koordinierten Aktion, die sich zeitgleich gegen Objekte in Rostock, Wismar und mehreren weiteren Bundesländern richtete. Ziel der Ermittler war die Sicherstellung von Beweismaterial im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Bildung einer terroristischen Vereinigung.
Junge, hochradikalisierte Szene im Fokus
Die Gruppierung steht seit längerem im Visier der Bundesanwaltschaft und gilt als besonders militant. Auffällig ist das junge Alter vieler Verdächtiger: Ein Großteil soll zwischen 14 und 20 Jahren alt sein. Den Mitgliedern werden schwere Straftaten zugeschrieben, darunter Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte sowie Angriffe auf politische Gegner. Die interne Organisation erfolgte überwiegend über verschlüsselte Chatgruppen, in denen Umsturzfantasien geteilt und mutmaßliche Anschlagspläne diskutiert wurden.
Verbindung zu laufendem Terrorprozess
Der aktuelle Einsatz steht in engem Zusammenhang mit einem bereits laufenden Terrorprozess gegen führende Köpfe der Gruppe. Mit den Durchsuchungen in Bad Kleinen und anderen Orten wollen die Behörden weitere Strukturen der Organisation aufdecken, mögliche Zellen zerschlagen und Finanzierungs- sowie Kommunikationswege offenlegen.
Auswertung der Beweismittel läuft
Die Ermittler haben Datenträger und Dokumente beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Dabei soll geklärt werden, ob von den Verdächtigen in der Region konkrete unmittelbare Gefahren ausgingen und welche Rolle lokale Unterstützerstrukturen gespielt haben könnten.