Immer mehr Urlauber zeigen sich unzufrieden mit dem Preis‑Leistungs‑Verhältnis in Mecklenburg‑Vorpommern. Die jüngste Gästebefragung der MV Tourismus GmbH ergab die Durchschnittsnote 2,8 auf einer Skala von eins bis sechs. Damit setzt sich ein Trend fort: 2022/2023 lag der Wert noch bei 2,5, 2015/2016 sogar bei 2,3. Die Umfrage wurde 2025 in Auftrag gegeben, durchgeführt von Benchmark Services, das mehr als 10.000 Übernachtungsgäste ab 15 Jahren befragte. Die Ergebnisse gelten als repräsentativ.
Deutliche Einbußen bei Familien‑, Rad‑ und Wassersportangeboten
Besonders kritisch bewerten die Gäste die Angebote für Familien, die von der Note 1,9 auf 2,5 abrutschten. Auch das radtouristische Angebot (2,3 nach 1,9), das Wassersportangebot (2,5 nach 1,9) und die Wanderangebote (2,2 nach 1,8) verloren deutlich an Zustimmung. Verbesserungsbedarf sehen die Befragten zudem bei Schlechtwetterangeboten, die mit 3,0 schlechter abschnitten als in der vorherigen Erhebung.
Spazierengehen bleibt beliebteste Aktivität
Trotz der Kritik bleibt Mecklenburg‑Vorpommern ein beliebtes Reiseziel. Spazierengehen ist laut Umfrage die häufigste Urlaubsaktivität, gefolgt vom Genuss regionaler Speisen und Getränke, dem Baden im Meer, dem Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten und dem Radfahren.
Hohe Stammgästequote – aber steigendes Durchschnittsalter
Die Treue der MV‑Urlauber bleibt hoch: Rund 70 Prozent der Gäste waren bereits mehrfach im Land, 44 Prozent sogar mehrmals im Jahr. Insgesamt zeigten sich 83 Prozent mit ihrem Aufenthalt (sehr) zufrieden und vergaben die Durchschnittsnote 1,8. Vier von fünf Befragten planen, innerhalb der nächsten drei Jahre erneut nach Mecklenburg‑Vorpommern zu reisen.
Gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter der Gäste weiter an und liegt nun bei knapp 56 Jahren. MV‑Tourismuschef Peter Kranz sieht darin Handlungsbedarf. Man müsse verstärkt jüngere Zielgruppen ansprechen, etwa durch Sportevents, Festivals oder gezielte Kommunikation.
Herkunft der Gäste: Sachsen vorn, internationale Gäste fehlen weiterhin
Die meisten Urlauber kommen aus Sachsen (13,5 Prozent), gefolgt von Nordrhein‑Westfalen (11,3 Prozent) und Niedersachsen (10,4 Prozent). Jeder Zweite stammt aus Ostdeutschland oder Berlin. Der Anteil internationaler Gäste bleibt mit zwei Prozent weiterhin sehr gering – ein strukturelles Problem, das das Land seit Jahren begleitet.
Positiver Start ins Tourismusjahr 2026
Trotz der kritischen Bewertungen verzeichnet Mecklenburg‑Vorpommern einen guten Jahresauftakt. Von Januar bis März 2026 wurden rund 1,1 Millionen Gäste gezählt, ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg um vier Prozent.