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Buckelwal spurlos verschwunden – Umweltminister Backhaus kritisiert fehlende Transparenz

Nach dem Abtransport des mehrfach gestrandeten Buckelwals von der Ostseeküste in die Nordsee wächst die Ungewissheit über den Zustand des Tieres. Bislang gibt es keinerlei Informationen darüber, wie es dem Wal geht oder wo er sich aufhält. Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich angesichts der ausbleibenden Rückmeldungen deutlich unzufrieden. Es sei vereinbart gewesen, dass Daten zum Gesundheitszustand und zur Ortung übermittelt werden. Diese Informationen lägen jedoch nicht vor, erklärte das Ministerium.

Unklarer Verbleib nach Freilassung in die Nordsee

Der Buckelwal war am Samstagmorgen in die Nordsee gesetzt worden, nachdem er zuvor mehrfach an der Ostseeküste gestrandet war. Experten verschiedener Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des geschwächten Tieres als sehr gering eingeschätzt. Backhaus betonte dennoch, dass es keinen gesicherten Nachweis über den Tod des Wals gebe. Spekulationen wolle er sich nicht anschließen. Der Rettungsversuch habe dem Tier zumindest die Möglichkeit eröffnet, in seinem natürlichen Lebensraum weiterzuleben.

Forderung nach klaren Strukturen für künftige Strandungen

Mit Blick auf die Ereignisse spricht sich Mecklenburg‑Vorpommern bei der Umweltministerkonferenz in Leipzig für einen „Runden Tisch Walstrandungen“ aus. Ziel sei es, Zuständigkeiten und Abläufe künftig klarer zu regeln. Der Abtransport des Wals war letztlich von einer privaten Initiative organisiert worden, begleitet und geduldet vom Umweltministerium. Backhaus sieht hier Verbesserungsbedarf, um im Ernstfall schneller und koordinierter handeln zu können.

Meeresschutz im Fokus der Umweltministerkonferenz

Neben der Walstrandung will sich Mecklenburg‑Vorpommern auf der Konferenz auch für wirksamere Schutz- und Rückzugsräume für Meerestiere einsetzen. Maßnahmen sollen insbesondere Risiken durch Beifang oder sogenannte Geisternetze verringern. Stellnetze, die in der Küstenfischerei häufig genutzt werden, gelten als Gefahr für Schweinswale. Netze, die unabsichtlich im Meer verbleiben, können zudem zu tödlichen Fallen werden.

Sorge um die Schweinswal‑Population

Besonders kritisch ist die Lage der Schweinswale in der zentralen Ostsee. Experten gehen von nur noch etwa 500 Tieren aus. In bestimmten Schutzgebieten gilt bereits ein saisonales Stellnetzverbot. Das Ministerium betont, dass Maßnahmen dort ansetzen müssten, wo tatsächliche Gefahren bestehen, und sich auf die bestmöglichen wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen sollten. Meeresschutz müsse wirksam und zugleich verhältnismäßig sein.

Küstenfischerei zwischen Schutzauflagen und Existenzdruck

Backhaus verwies zugleich auf die schwierige Lage der Küstenfischerei. Die Zahl der Betriebe sei seit der Wende von rund 950 auf etwa 270 zurückgegangen. Strenge Fangbeschränkungen, insbesondere beim Hering, belasteten die Branche zusätzlich. Nur kleinere Kutter dürfen den früher wirtschaftlich wichtigen „Brotfisch“ noch mit passiven Fangmethoden wie Stellnetzen fischen. Hinzu kommen Belastungen der Meere durch Verschmutzung, Lärm und Schiffsverkehr. Weltweit gelangen jährlich rund 400 Millionen Tonnen Schadstoffe in die Ozeane, ein Großteil davon aus landbasierten Quellen.

Naturschutzverbände fordern entschlosseneres Handeln

Zum Auftakt der Umweltministerkonferenz haben mehrere Umweltverbände in einem offenen Brief ein deutlich stärkeres Engagement für den Meeresschutz gefordert. Trotz eines hohen Anteils ausgewiesener Schutzgebiete befänden sich Nord- und Ostsee in einem besorgniserregenden Zustand, kritisierte der WWF. Die Verbände verlangen einen gemeinsamen Aktionsplan von Bund und Ländern, mehr ungenutzte Ruhezonen, eine verlässliche Finanzierung von Schutzmaßnahmen und ein Sofortprogramm zur Reduzierung von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft. Überdüngung und steigende Wassertemperaturen fördern Algenwachstum, dessen Abbau Sauerstoff verbraucht und damit andere Meeresbewohner gefährdet.

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