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„Wir wollen die Wahrheit rausfinden“ – Eltern sagen im Prozess um getöteten Fabian aus

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow haben am zweiten Verhandlungstag sowohl die Mutter als auch der Vater des Jungen stundenlang vor dem Landgericht Rostock ausgesagt. Beide beschrieben ihren Sohn als liebevoll, zuverlässig und zugewandt. Zugleich rückte die frühere Beziehung des Vaters zur Angeklagten in den Mittelpunkt – ein Aspekt, der nach Auffassung der Staatsanwaltschaft eine zentrale Rolle für das Tatmotiv gespielt haben könnte.

Ein liebevoller Junge

Fabians Mutter schilderte ihren Sohn als zuverlässig und sensibel. Er habe sich stets rückversichert, ob sein Verhalten richtig sei. „Ich war wahnsinnig stolz auf ihn“, sagte die 31‑Jährige. Während ihrer Aussage wandte sie sich einmal direkt an die Angeklagte, brach jedoch in Tränen aus. Der Richter unterbrach die Sitzung für eine kurze Pause.

Auch der Vater beschrieb Fabian als zugewandt und offen. Der Junge habe die Angeklagte, mit der der Vater vier Jahre lang liiert war, zeitweise „Mama“ genannt. Fabian habe häufig mehrere Tage bei dem Paar verbracht.

Beziehungskonflikte als mögliches Motiv

Die Staatsanwaltschaft wirft der 30‑jährigen Angeklagten vor, den Jungen am 10. Oktober 2025 heimtückisch getötet zu haben. Hintergrund sollen Konflikte in der Beziehung zum Vater gewesen sein. Er habe die Partnerschaft nicht fortsetzen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte.

Die Mutter berichtete, dass Fabian nach einem Vorfall, bei dem er gesehen habe, wie der Vater die Angeklagte schlug, zunächst nicht mehr zu ihnen habe gehen wollen. Es kam zu einem längeren Kontaktabbruch zwischen Vater und Sohn. Erst im August 2025 wurde der Kontakt wieder aufgenommen.

Vorwürfe der Gewalt

Im Gericht wurde auch die Frage nach Gewalt in der Beziehung zwischen Vater und Angeklagter thematisiert. In Chats, die verlesen wurden, hatte die Angeklagte von einem gebrochenen Arm und fast gebrochenen Rippen geschrieben. Der Vater wies diese Vorwürfe entschieden zurück.

Die Angeklagte selbst äußert sich weiterhin nicht zu den Vorwürfen. Während der Aussage des Vaters lächelte sie mehrfach, blieb bei der Aussage der Mutter jedoch weitgehend regungslos.

Der Tag des Verschwindens

Fabians Mutter schilderte unter Tränen, wie sie am 10. Oktober 2025 nach der Arbeit in eine leere Wohnung zurückkehrte. Der Junge war krankheitsbedingt nicht zur Schule gegangen. Nachdem Freunde und Familie vergeblich gesucht hatten, meldete sie ihn am Abend als vermisst. „Ich kam mir so hilflos vor“, sagte sie.

Vier Tage lang suchten Einsatzkräfte mit Hunden und Hubschrauber nach dem Jungen. Am 14. Oktober wurde seine Leiche an einem Teich bei Klein Upahl gefunden – rund 15 Kilometer südlich von Güstrow. Fabian war mit sechs Messerstichen getötet worden.

Schlüsselzeuge Vater erneut geladen

Für den 5. Mai ist der Vater erneut als Zeuge geladen. Richter Holger Schütt betonte die Bedeutung seiner Aussage: „Wir wollen die Wahrheit rausfinden. Was ist passiert?“ Insgesamt sind bis zum 2. Juli noch 15 weitere Verhandlungstage angesetzt.

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